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Cyanotypien

Als eine Künstlerin, die meistens mit digitalen Bildern arbeitet, habe ich mir schon oft gewünscht, etwas zu erschaffen, das einzigartig ist, etwas, das man sofort in den Händen halten kann. Ich wollte trotzdem weiter mit dem Licht arbeiten und stieß bei meiner Suche nach einem für mich geeigneten alternativen fotografischen Prozess sehr schnell auf die Cyanotypie, einem Kontaktdruckverfahren, das bereits 1842 von dem englischen Astronomen und Wissenschaftler Sir John Herschel entdeckt wurde. Das für diesen Prozess verwendete lichtempfindliche Papier wird durch die Beschichtung mit einer Mischung aus grünem Ammoniumeisen(III)-citrat und rotem Blutlaugensalz hergestellt. Die Belichtung des Bildes erfolgt mit Hilfe des Sonnenlichtes und führt zur Bildung eines dunkelblauen Farbpigmentes, das als Berliner Blau bekannt ist. Ich begann im September 2016 mit diesem Verfahren zu experimentieren und machte meine ersten Kontaktdrucke von kleinen Blumen und Blättern, die ich am Ende des Sommers gesammelt und zwischen den Seiten eines dicken Buches getrocknet hatte. Um dem ganzen noch ein kleines Extra hinzuzufügen, habe ich vor dem Beschichten noch mit kleine Spritzer roter Acrylfarbe auf das Papier aufgetragen, was sehr gut zu dem blau und weiß der Cyanotypien passt.

Die Bilder der zweiten Serie sind reine Fotogramme ohne Acrylfarbe und entstanden im April 2017 mit Hilfe von Zweigen verschiedener Bäume und Sträucher. Sie zeigen junge Blätter und zarte Blüten, die ersten Zeichen des neuen Frühlings.

In den letzten paar Monaten habe ich mit verschiedenen Objekten, Techniken, Papierarten und -größen gearbeitet, daher sind die hier gezeigten Bilder nur ein kleiner Teil der bisher von mir gemachten Cyanotypien. Eine etwas größere Auswahl meiner Arbeiten sowie ein paar Bilder zum Arbeitsprozess kann man in meinem Instagramprofil finden. Einige dieser originalen und einzigartigen Kunstwerke sind außerdem in meinem Etsy Shop erhältlich.